Vera brätete gerade die Frikadellen, als ein Mann die Küche betrat. – „Vera, wir müssen reden“, sagte Igor entschlossen. – „Reden wir“, erwiderte die Frau.

Lena brät gerade Frikadellen, als ihr Mann in die Küche kommt. Lena, wir müssen reden, sagt Markus entschlossen. Dann red, wirft sie hin, ohne aufzublicken.

Vielleicht setzt du dich erstmal richtig hin und hörst mir zu?, klingt es ungeduldig aus seiner Stimme. Keine Zeit, die Frikadellen brennen an, antwortet sie. Was willst du mir sagen?

Ich, Markus sucht nach Worten. Ich habe eine andere Frau kennengelernt Ich verlasse dich!

Glückwunsch. Ich freu mich für dich!, sagt Lena ruhig.

Glückwunsch? Freust dich? Er starrt sie verblüfft an. Aber Markus hat keine Ahnung, was Lena in diesem Moment wirklich plant.

***

Ehrlich gesagt, ihre Freundin zögert kurz. Ich verstehs immer noch nicht wie konntest du das nur machen? Das geht doch echt zu weit, Lena!

Zu weit womit? Gut oder Böse?

Na, du weißt schon Kommt drauf an, wie mans sieht.

Egal wie mans sieht, lächelt Lena. Das Ergebnis zählt. Und mein Ergebnis ist perfekt. Ich hab genau das bekommen, was ich wollte!

Trotzdem, murrt die Freundin. Das wird noch richtig Ärger geben

Hör auf, schwarzmalen!, platzt es aus Lena heraus. Wenns soweit ist, kriegen wir das schon hin. Aber jetzt ist erstmal Zeit zum Feiern ich hab gewonnen! Also verdirb mir nicht die Laune!

Die Freundin rollt mit den Augen und tut so, als würde sie plötzlich etwas sehr Interessantes draußen entdecken.

***

Alles begann an dem Abend, als Markus von der Arbeit kam und nervös sagte: Wir müssen reden.

Lena spürte, wie sich alles in ihr zusammenzog. Sie hatte gewusst, dass es irgendwann so kommen würde.

Dann red, antwortet sie, während sie die Frikadellen wendet.

Kannst du dich nicht mal hinsetzen und richtig zuhören?, schnauzt er. Oder soll ich mit deinem Rücken reden?

Keine Zeit, Schatz, sagt Lena gelassen. Gleich fängt Timmi an: Mama, dies, Mama, das. Also mach schnell.

Ich, Markus ringt nach Worten. Ich hab eine andere Frau getroffen.

Und?, Lena bleibt völlig ruhig, konzentriert auf die Pfanne. Was jetzt?

Mach doch mal den Herd aus!, platzt Markus heraus. Hörst du überhaupt, was ich sage? Ich liebe eine andere Frau!

Hab ich gehört, sagt Lena und dreht sich endlich um. Glückwunsch.

WAS?! Markus ist sprachlos. Alles hatte er erwartet nur nicht diese Gleichgültigkeit.

Leiser bitte, du erschreckst die Kinder. Lena bleibt völlig gefasst.

Wusstest du es?, flüstert er.

Nein, sie schüttelt den Kopf. Aber ich habs geahnt.

Geahnt?

Natürlich. Würdest du nicht stutzig werden, wenn ich ständig zu spät käme, mein Handy versteckte oder plötzlich im Gästezimmer schliefe? Markus, man spürt es einfach, wenn man nicht mehr geliebt wird.

Warum hast du nichts gesagt?

Weil du mir den Antrag gemacht hast also darfst du auch die Beziehung beenden.

Markus starrt sie an, als sähe er sie zum ersten Mal. Er hatte Tränen erwartet nicht diese Ruhe.

Ich hab einen Vorschlag, beginnt er.

Spannend. Lena setzt sich und mustert ihn.

Ich hab mir Gedanken gemacht Der Kredit fürs Haus Du wirst ihn allein nicht stemmen können, selbst mit Unterhalt

Ist die Scheidung also schon beschlossen?, fragt Lena mit eisiger Stimme.

Was gibts da noch zu besprechen?, winkt er ab. Du wirst mir nie verzeihen.

Stimmt, lächelt sie. Du kennst mich ja so gut.

Also, Markus übersieht die Spitze. Es ist besser, wenn du in deine Einzimmerwohnung ziehst und ich hierbleibe.

Und die Kinder?

Was ist mit ihnen? Natürlich nehmen sie dich mit.

Ah, ich soll also mit zwei Kindern auf 18 Quadratmetern leben, während du mit deiner Neuen in unserem Reihenhaus sitzt?

Ja. Du kannst den Kredit doch nicht bezahlen. Das ist doch klar.

Alles klar. Lena steht auf. Ich muss nachdenken.

Sie geht auf den Balkon.

Ja, denk mal schön nach, ruft Markus spöttisch hinterher. Was gibts da groß zu überlegen?

Während Lena draußen ist, nimmt er sich zwei Frikadellen, Kartoffelbrei und fängt an zu essen.

Doch bevor er fertig ist, kommt Lena zurück.

Ich machs aber unter einer Bedingung.

Und die wäre?, grinst er herablassend.

Du bleibst hier mit deiner Neuen und unserem Sohn. Ich ziehe mit der Tochter aus.

WAS?! Sein Gesicht erstarrt. Du willst die Kinder trennen?!

Ja. Wo ist das Problem?, sagt Lena ruhig. Die Kinder gehören uns beiden. Also kriegst du den Sohn, den du dir immer gewünscht hast. Und ich nehm die Tochter. Fair, oder?

Bist du verrückt? Kinder sind doch keine Möbel!

Eben, sagt Lena. Also soll ich alles allein schultern, während du dein Leben genießt? Nicht mit mir.

Ich zahle doch Unterhalt!

Klar. Ich dir, du mir. Wir haben die Kinder zusammen bekommen, also ziehen wir sie auch zusammen groß. Willst du den Sohn nicht? Nimm die Tochter. Sie ist älter, einfacher. Siehst du? Ich komme dir entgegen.

Markus schnaubt. Du willst dich nur rächen!

Ach, Markus. Lena lächelt kalt. Du bist es nicht wert, dass ich mich an dir räche. Ich will nur Gerechtigkeit. Du kriegst das Haus mit Kredit und den Sohn. Ich die kleine Wohnung und die Tochter. Und gegenseitigen Unterhalt. Nur so trennt man sich im Guten. Sonst kämpfe ich. Um jeden Löffel. Überlegs dir. Aber nicht hier.

Markus geht.

Er holt sich Rat von seiner neuen Freundin, seiner Mutter, seiner Schwester.

Alle sagen ihm, Lena bluffe. Keine Mutter würde ihr Kind für ein Haus aufgeben. Also stimmt er zu.

Seine neue Liebe, Sandra, ist begeistert. Ein Reihenhaus! Davon hat sie immer geträumt. Dass dazu auch noch ein vierjähriger Junge gehört, ignoriert sie einfach.

Ein paar Tage später sagt Markus zu: Einverstanden.

Perfekt, sagt Lena und besteht darauf, dass er sofort die Scheidung einreicht.

Warum ich?, motzt er.

Weil du der Mann bist. Und weil du es dir leisten kannst.

Markus reicht die Scheidung ein.

***

Drei Monate später: Markus zieht zu Sandra. Lena bereitet ihren Umzug vor und erträgt die Vorwürfe von allen Seiten.

Wie kannst du nur?

Was bist du für eine Mutter?

Kein Herz, keine Ehre!

Sogar ihre zwölfjährige Tochter Mia wirft ihr vor: Ich dachte, du liebst uns

Doch Lena wartet geduldig.

Die Scheidung kommt.

Sie wollen den Sohn beim Vater lassen?, fragt die Richterin ungläubig.

Ja, sagt Lena. Die Verantwortung ist schließlich gleich.

Markus nickt.

Und so wird es beschlossen.

Genau wie Lena es wollte.

Markus atmet erleichtert auf.

Doch das war erst der Anfang.

***

Timmi will am nächsten Tag schon nichts mehr von Sandra wissen. Er ver

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Fajna Tajna
Vera brätete gerade die Frikadellen, als ein Mann die Küche betrat. – „Vera, wir müssen reden“, sagte Igor entschlossen. – „Reden wir“, erwiderte die Frau.