— Alle sofort hinaus, sagte der Hausmeister. — Kein Licht, keine Steckdose, kein Telefon in der Wohnung.
Er öffnete das Fenster, schloss die Gaszufuhr und führte uns ins Treppenhaus. Fuchs weigerte sich zunächst, den Herd zu verlassen. Erst als Daniel ihn am Halsband nahm, folgte er uns.
Vor dem Haus verschränkte Frau Krüger die Arme.
— Seit wann halten Sie den Hund in meiner Wohnung?
— Seit Januar, antwortete ich.
— Sie haben mich monatelang belogen.
— Ja.
Ich erklärte ihr, wo Daniel den Welpen gefunden hatte und warum wir es nicht geschafft hatten, ihn wegzugeben.
— Wir hatten Angst, die Wohnung zu verlieren.
— Das hätten Sie vor Ihrer Entscheidung bedenken müssen.
Daniel stellte sich neben mich.
— Ich habe Fuchs mitgebracht. Wenn Sie den Vertrag kündigen, verstehe ich das. Aber der Hund kommt nicht zurück auf die Straße.
Der Notdienst überprüfte die Küche. Der Anschluss hinter dem Herd war porös geworden, und Gas hatte sich im unteren Schrank gesammelt.
— Die Konzentration war gefährlich, erklärte ein Techniker. — Ein Funke hätte gereicht.
Frau Krüger sah Fuchs an.
— Hat der Hund das bemerkt?
— Offensichtlich. Sein Verhalten hat Sie rechtzeitig gewarnt.
Fuchs ging auf sie zu und setzte sich vor ihre Schuhe. Frau Krüger blieb zunächst steif. Dann strich sie ihm langsam über den Kopf.
— Früher hatte ich selbst einen Hund, sagte sie. — Nach den letzten Mietern wollte ich jedoch keine Tiere mehr. Der Boden war zerstört, und die Wohnung roch monatelang.
— Wir zahlen eine zusätzliche Kaution, bot Daniel an. — Außerdem übernehmen wir jede Reparatur.
Frau Krüger schwieg.
— Sie haben mein Vertrauen missbraucht.
— Das stimmt, sagte ich. — Es tut uns leid.
— Aber dieser Hund hat heute möglicherweise das ganze Haus gerettet.
Sie atmete tief ein.
— Fuchs darf bleiben. Mit einer schriftlichen Ergänzung zum Vertrag und ohne weitere Lügen.
Ich sah Daniel an. Er hatte Tränen in den Augen.
— Danke.
— Bedanken Sie sich bei ihm.
Frau Krüger beugte sich zu Fuchs.
— Und du gewöhnst dir nicht an, mich mit diesem Blick zu erpressen.
Fuchs wedelte begeistert.
Nach der Reparatur wurde die gesamte Gasanlage überprüft. Wenige Tage später unterschrieben wir den neuen Vertrag.
Frau Krüger brachte Fuchs ein robustes Halsband mit.
— Das alte ist viel zu dünn, erklärte sie.
Von da an mussten wir ihn nicht mehr verstecken. Die Nachbarn kannten seine Geschichte und begrüßten ihn wie einen kleinen Helden.
Daniel sagte später oft:
— Ich dachte, ich hätte ihn damals gerettet.
Doch Fuchs hatte uns gezeigt, dass Mitgefühl manchmal auf unerwartete Weise zurückkehrt.
Wir hatten ihm Schutz vor einer kalten Nacht gegeben.
Er schenkte uns dafür viele weitere Tage, die wir sonst vielleicht nicht erlebt hätten.
