— Er wohnt seit sechs Monaten bei mir und benutzt diese Wohnung nur noch, wenn Sie zu Besuch kommen.

— Er wohnt seit sechs Monaten bei mir und benutzt diese Wohnung nur noch, wenn Sie zu Besuch kommen.
Claudia sah ihren Sohn an.
— Du täuschst also vor, hier zu leben?
Jonas schwieg.
Beatrice erklärte, dass Jonas praktisch in ihrer Villa in Blankenese wohnte. Die Wohnung in der HafenCity sollte verkauft werden.
— Warum dieser ganze Aufwand? fragte Claudia.
Jonas setzte sich.
— Weil ich nicht wollte, dass du denkst, ich lasse mich aushalten.
Beatrice war vermögend. Sehr vermögend. Sie besaß mehrere Immobilien und eine Beteiligungsgesellschaft.
Jonas arbeitete inzwischen nicht mehr.
— Ich helfe ihr bei Projekten, sagte er.
— Bekommst du ein Gehalt?
— Nicht direkt.
Claudia schloss kurz die Augen.
— Also nein.
Beatrice reagierte kühl.
— Jonas muss nicht arbeiten. Ich verdiene genug.
— Ein erwachsener Mensch braucht nicht nur Geld. Er braucht ein eigenes Leben.
Jonas wurde wütend und warf seine Mutter hinaus.
Vier Monate später stand er vor ihrer Tür.
Beatrice hatte die Beziehung beendet.
Sie hatte einen neuen Partner kennengelernt. Jonas musste innerhalb einer Woche ausziehen.
— Und die Wohnung? fragte Claudia.
— Verkauft.
— Das Geld?
Er hatte einen Großteil davon in Beatrices Fonds investiert.
Der Vertrag enthielt eine Sperrfrist von fünf Jahren.
Claudia half ihm, einen Anwalt zu finden. Rechtlich war kaum etwas zu machen. Jonas hatte freiwillig unterschrieben.
Er zog vorübergehend in das Gästezimmer seiner Mutter.
Die ersten Wochen waren voller Streit.
— Ich habe dir doch gesagt…
— Sag es nicht, unterbrach er sie jedes Mal.
Eines Abends setzte Claudia sich zu ihm.
— Ich möchte nicht recht haben. Ich möchte, dass du wieder aufstehst.
Jonas suchte Arbeit. Anfangs schämte er sich, Bewerbungen zu schreiben. Doch nach zwei Monaten fand er eine Stelle bei einem mittelständischen Unternehmen.
Er zahlte seiner Mutter Miete, obwohl sie es nicht verlangte.
Nach einem Jahr zog er in eine kleine Wohnung.
Die Tasse von Sylt stand wieder in seiner Küche.
Den roten Morgenmantel brachte Beatrice nie zurück.
Claudia kaufte sich einen neuen.
— Diesmal ohne Erinnerungen, sagte sie.
Jonas lächelte.
— Und ich diesmal ein Leben, das wirklich mir gehört.

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Fajna Tajna
— Er wohnt seit sechs Monaten bei mir und benutzt diese Wohnung nur noch, wenn Sie zu Besuch kommen.